Anerkennung von Qualifizierungen im Strohbau

IMG_0077Projekt „BuildStrawPro“: Europäische Projektgruppe traf sich in Verden

Verden, 15.12.2015. Das Bauen mit Stroh ist europaweit auf dem Vormarsch. Umso wichtiger wird die Qualitätssicherung durch Aus- und Fortbildung von Handwerkern in der Verarbeitung des Baustoffs Stroh. Die Anerkennung entsprechender Fortbildungen ist das Thema eines europäischen Projekts, dessen erstes Treffen jetzt im Ökozentrum stattfand.

Auf Einladung der im Ökozentrum ansässigen „Bildungswerkstatt für nachhaltige Entwicklung“ (BiWeNa), die das Projekt in enger Abstimmung mit dem Fachverband Strohballenbau Deutschland (FASBA) koordiniert, trafen sich Vertreter der Strohballen-Fachverbände aus Österreich, Frankreich und der Slowakei. Im ersten Treffen ging es vor allem um den Abgleich der unterschiedlichen Voraussetzungen für anerkannte handwerkliche Fortbildungen. Auf dieser Grundlage sollen in den kommenden 1 ½ Jahren jeweils auf nationaler Ebene die Anerkennung der im europäischen Verbund entwickelten Fortbildung „Fachkraft Strohballenbau“ erreicht werden. In Deutschland ist dies die Prüfung vor der Handwerkskammer. „Die Anbindung von Qualifizierungen zu ökologischen Baustoffen an die etablierten Aus- und Weiterbildungsstrukturen ist sehr wichtig für deren Akzeptanz und Verbreitung,“ betont BiWeNa-Vorstand Dittmar Hecken, der die Weiterbildung „Fachkraft Strohballenbau“ mit entwickelt hat und seit mehreren Jahren anleitet. Die „Fachkraft Strohballenbau“ war ein Ergebnis mehrjähriger Kooperationsprojekte von Strohballenbau-Verbänden aus ganz Europa, in deren Rahmen unter Bezugnahme auf das europäische ECVET-System auch Lernergebnisse für jede einzelne Qualifizierungseinheit detailliert beschrieben wurden.

Rasmus Grobe, der das neue Projekt als BiWeNa-Vorstandsmitglied begleitet, weist auf die europäische Bedeutung des Projekts im Bildungskontext hin: „Hier werden nicht einfach nur Prüfungsordnungen entwickelt, sondern es geht darum, Qualifizierungsmodule im europäischen Maßstab vergleichbar und gegenseitig an erkennbar zu machen – dieser europäische Gedanke in der Aus- und Weiterbildung ist leider noch keine Selbstverständlichkeit.“ Dieser Modellcharakter sei ein Grund dafür, weshalb das Projekt von der EU-Kommission im Rahmen des Programm „Erasmus+“ gefördert werde.

Im Rahmen des Treffens wurde auch die Ausstellung zu Strohballenbau im Norddeutschen Zentrum für Nachhaltiges Bauen besichtigt. In der Seminar- und Praxis-“Halle 57“ konnten sich die europäischen Gäste in der Werkstatt und anhand von Modellen ein Bild von der praktischen Arbeit von BiWeNa machen. Ein nächstes Treffen der Projektgruppe ist für den April 2016 in der Slowakei geplant.

 

Mehr zum Projekt BuildStrawPro [hier]

 

Kommentare sind geschlossen